Auswirkungen

Welche Auswirkungen hat die weitere Vertiefung der Unterelbe auf den Strom selbst und seine Nebengewässer?

Die Auswirkungen der geplanten 9. Elbvertiefung vom 4-fachen auf das 5-fache der natürlichen Tiefe sind kaum absehbar. Die Maßnahme stößt an die Grenzen des technisch Machbaren und verändert das bereits aus dem Ruder laufende Gesamtsystem nachhaltig.

Den Planunterlagen darf man dabei in keiner Weise trauen, denn an vielen Punkten konnten gravierende Mängel nachgewiesen werden. Das krasseste Beispiel dafür ist das sogenannte "Joggergutachten" der Bundesanstalt für Wasserbau (BAW). Es gipfelt in der Aussage, dass ein Jogger den deich stärker erschüttert, als Schiffswellen. Der Gutachter, Dr. Holger Schüttrumpf – jetzt Lehrstuhlinhaber des Wasserbaulehrstuhl an der TU Aachen – räumte auf Befragen ein, dass während der Messungen ein Jogger auf den Sensor auf der Deichkrone getreten wäre, womit er das Gelächter von 700 Zuhörern in Otterndorf erntete. Die Absurdität der Gutachteraussage ist für Jedermann erkennbar, aber auch physikalisch belegt. Eine ausführliche Gutachtenkritik ist demnächst hier zu finden.

Mit diesem Gutachten sollte bewiesen werden, dass Schiffswellen die Deiche nicht gefährden, soviel eingangs zur Qualität der Gutachten für die Pläne und die Planunterlagen selbst. Das Thema deichsicherheit war den Planern dann in 27 Aktenordner nur noch einen Satz mit Hinweis auf ebenjenes BAW-Gutachten wert.

Da oft umfangreiche Spezialrechenprogramme für die Untersuchung der Veränderung von Hochwasserstand, Strömung, Sedimentgehalt, Salzgehalt, Unterhaltungsbaggerung und daraus sich ergebenden Folgen eingesetzt wurden, können die Ergebnisse nur schwerlich exakt geprüft werden. Es wären eigene sehr teure Untersuchungen erforderlich. An einigen Punkten wurden Mängel der vorgelegten Berechnungen festgestellt.

Vor allem die Auswirkungen der letzten Elbvertiefung um 0,90 m aber lassen Schlüsse auf die geplante nächste Vertiefung um 1,50 – 2,42 m zu.

Fließgeschwindigkeit und Sediment

So ist u. a. mit der deutlichen Zunahme der Fließgeschwindigkeit zu rechnen. Infolgedesssen steigt die Schleppkraft, d. h. es kommt zu weiterer Zunahme der Erosion. Es wird mehr Material und vor allem gröberes Material erodiert. Alles was dann einmal im Wasser gelöst ist, sedimentiert irgendwo wieder, mehr Erosion bedeutet also zwangsläufig auch mehr Erosion. Die Sedimentation findet in der Fahrrinne selbst statt, aber vor allem in den ruhigeren Wasserzonen, also den Häfen und Flachwasserzonen. Das erstreckt sich auch auf sämtliche Nebengewässer.

Wie nach jeder Vertiefung ist daher von einer weiteren Zunahme der Unterhaltungsbaggerungen auszugehen, im Gegensatz zu den Aussagen in den Planunterlagen. Das ist mit weiter steigenden Kosten und Belastungen für die Biologie verbunden. Viele kleine Häfen werden diese Kosten nicht mehr tragen können und stehen letztlich vor dem Aus. Die am wenigsten bemerkte aber gravierendste Folge trifft die biologisch wertvollen Flachwasserbereiche. Der "Bioreaktor" Elbe verliert seine Reinigungsleistung, mit den entsprechenden Folgen für die Wasserqualität. Derartige Entwicklungen sind flächendeckend zu beobachten.

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